Das Grips Theater ist nach wie vor in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Der Verein versucht dem Theater zu helfen.


Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
mit großer Freude hören wir, dass der Gesamtetat für die Kultur für den Doppelhaushalt 2016/17 erhöht worden ist. Das finanzielle Engagement in die Kultur wird sich immer auszahlen. Wir freuen uns über die erhöhten Mittel für das Tanztheater der wundervollen Sasha Waltz, die Erhöhungen für das Radialsystem und entnehmen der gestrigen Presse erfreut, dass Sie die Vorbereitungen der neuen Intendanzen an Volksbühne (drei Millionen EUR) und Berliner Ensemble (700.000 EUR) unterstützen.

Wir haben lange gesucht, aber in keinem Artikel das GRIPS Theater gefunden. Daher schreiben wir Ihnen mit der dringenden Bitte, dieses in der Welt einzigartige Theater ebenfalls mit erhöhten Mitteln zu unterstützen. Volker Ludwig und der designierte künstlerische Leiter Philipp Harpain haben die dramatische wirtschaftliche Situation des Grips Theaters in mehreren Schreiben an die Mitglieder des Kulturausschusses und an die Kulturverwaltung geschildert. Bisher ist uns von einer Rückmeldung nichts bekannt. Der Förderverein „mehr grips!“ ist vor drei Jahren gegründet worden, weil das Grips Theater finanziell vor dem Abgrund stand und viele Menschen, die mit dem Grips Theater groß geworden sind, helfen wollten, diese international so berühmte Institution Berlins zu retten. Mittlerweile sind wir zum mitgliederstärksten Förderverein eines Berliner Theaters geworden. Außer der damaligen Rettung durch den Senat und einzelne Spender hat sich die Situation strukturell in keiner Weise geändert. Sämtliche Kosten sind gestiegen, die Gehälter müssten tariflich angehoben werden - ein Ausgleich durch eine Erhöhung der Gesamtzuwendung ist nicht erfolgt. Der notwendig gewordene Wechsel der künstlerischen Leitung ist wie am BE und der Volksbühne ebenfalls ganz normal mit Mehrkosten verbunden.

Nach jahrelanger Ignoranz gegenüber den strukturellen finanziellen Problemen des Grips Theaters würde eine Erhöhung der Subvention um 500.000 Euro dem gerecht, was das GRIPS als Aushängeschild für Berlin leistet. Dieses Theater hat nicht nur den Beweis erbracht, dass seine Kunst ein wichtiges Nahrungsmittel für Geist und Seele seiner Zuschauer ist, sondern ist selbst zu einem wichtigen und gern gesehenen Botschafter unserer Stadt in der Welt geworden. GRIPS ist emanzipatorisches Kinder- und Jugendtheater. GRIPS ist komödiantisches, kabarettistisches und musikalisches Theater, das Geschichten mit Lust erzählt. GRIPS hat eine ganz besondere, eigene Theater-Sprache entwickelt und ist mit seiner Mischung aus unterhaltsamem und gleichermaßen politischem, gesellschaftlich relevantem Theater einzigartig in der deutschen und internationalen Theaterlandschaft. GRIPS ist ein weltbekanntes untrennbar mit Berlin verbundenes Markenzeichen. Berlin braucht GRIPS. Wir bitten dringend, das GRIPS Theater als neben der Schaubühne bekanntestes Theater und Aushängeschild dieser Stadt mit höheren Mitteln zu unterstützen. Kommende Generationen von Berlinern werden Ihnen das zu danken wissen.

Die allerbesten Grüße senden Ihnen im Namen von „mehr grips! “

Hermann Florin
Börries von Liebermann, 1. Vorsitzender
Walter Momper, 2. Vorsitzender
Roland Matticzk


Weitere Briefe: Brief an Frau West (SPD) | Brief an Herr Goiny (CDU)

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Erfolg des Fördervereins bei finanzieller Besserstellung des Grips Theaters

Ende 2015 hatte der Berliner Senat öffentlich verkündet, alle Theater der Stadt ab 2016 finanziell besserzustellen. Nicht erwähnt wurde, daß die Kinder- und Jugendtheater in Berlin davon ausgenommen werden sollten. Auch unser Förderverein hat mit Briefen (siehe Anhang) und Hintergrundgesprächen erfolgreich zu einem späten Umdenken der Abgeordneten beigetragen. Das Grips Theater erhält nun ab 2016 jährlich 150.000 Euro mehr Förderung vom Land Berlin. Ein toller Erfolg.

Woher kommen die Finanzprobleme des GRIPS Theaters?

Das GRIPS Theater als gemeinnützige GmbH hat folgenden Bildungsauftrag formuliert: "Die Gesellschaft will in ihrem Zweck einen Beitrag zur Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur und zur Völkerverständigung leisten". Wir sind also kein profitorientierter Wirtschaftsbetrieb, sondern ein seit über 45 Jahren weltweit anerkanntes Kinder- und Jugendtheater, das sich für die Emanzipation und kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen aller Schichten engagiert- Dass im Hinblick auf das Zielpublikum die Eintrittspreise 6 - 7 Euro nicht übersteigen können, wird dabei von der Kulturverwaltung leider völlig ignoriert. Im Gegenteil: Ein Erwachsenen-Theater mit vergleichbaren Zuschauerzahlen wie GRIPS, wie z.B. das Gorki-Theater, erhält das Vierfache der GRIPS-Subventionen und gilt damit immer noch als armes Theater.

Seit Jahrzehnten wird die Arbeit des GRIPS Theaters als wichtiger Beitrag zur Berliner Kultur vom Senat bezuschusst. Doch während anderen Theatern Tariferhöhungen und strukturelle Defizite ausgeglichen werden, geht GRIPS leer aus. Real gesehen sinkt unser Etat von Jahr zu Jahr. Seit Jahren meldet Volker Ludwig ein strukturelles Defizit von 150.000 Euro pro Jahr an. Diesem wurde 2012 nach langen Kämpfen endlich mit 100.000 Euro begegnet, die wegen einer einmaligen 2%igen Tariferhöhung sowie gestiegener Allgemeinkosten wie Mieten längst aufgebraucht sind.

Das GRIPS hat seine Spielkapazität in den letzten Jahren bis an die Grenzen des Menschenmöglichen gesteigert und unablässig Drittmittel eingeworben. Doch trotz einer Rekordauslastung von fast 90 % fuhr GRIPS 2014 wegen seiner chronischen Unterfinanzierung ein Defizit von 30.000 Euro ein. Und für 2015 erwarten wir ein Defizit von ca.135.000 Euro, weshalb eine Haushaltssperre verhängt werden musste. Wenn sich an dieser Lage nichts Grundsätzliches ändert, wären die unvermeidlichen Folgen: noch geringere Produktionsmöglichkeiten, Personalabbau, Qualitätsverlust und dadurch weitere Einnahmeverluste und Verschärfung der finanziellen Krise bis zur Insolvenz. Durch den vorzeitigen Weggang von Stefan Fischer-Fels und die Mitnahme eines Teils des Ensembles sind Umbesetzungen fast aller Stücke notwendig, um überhaupt spielfähig zu bleiben. Da die Abgehenden aus Ensemble und Leitung bis August 2016 angestellt bleiben, belaufen sich die einmaligen Mehrkosten wegen personeller Doppelbelastung und aller Stück-Neueinrichtungen auf ca. 250.000 Euro.

Wenn die Zukunft des GRIPS Theaters gesichert sein soll, muss der Senat folgende Maßnahmen ergreifen:
- Ausgleich des strukturellen Defizits von mindestens 150.000 Euro (zusätzlich zum zugesagten 1%igen Inflationsausgleich 2016/17)
- einmalige Übernahme des erwartbaren Defizits 2015 von 135.000 Euro
- einmalige Übernahme der Kosten für Umbesetzungen und Leitungswechsel (s.BE bzw. Volksbühne) in Höhe von 250.000 Euro
- Ermöglichung von Tariferhöhungen (wie z.B. für das Theater an der Parkaue)
- einen Sachmittel-Etat für die Theaterpädagogik und die Öffentlichkeitsarbeit

Volker Ludwig
Geschäftsführer des GRIPS Theaters

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